Ihre Wärmepumpe braucht im Herbst plötzlich deutlich mehr Strom? Wir erklären, was normal ist, welche Ursachen häufig sind und was Sie selbst prüfen können.
Wenn die Tage kürzer werden, schauen viele Betreiber einer Wärmepumpe genauer auf den Stromzähler. Nicht selten ist der Schreck groß: Der Verbrauch steigt im Herbst deutlich an. Das kann völlig normal sein. Es kann aber auch auf eine Einstellung oder einen Defekt hinweisen, der unnötig Strom kostet. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das eine vom anderen unterscheiden.
Im Sommer bereitet die Wärmepumpe meist nur Warmwasser. Mit Beginn der Heizperiode kommt der Heizbetrieb hinzu, der Stromverbrauch steigt also zwangsläufig. Hinzu kommt ein physikalischer Effekt: Je kälter die Außenluft, desto mehr Arbeit muss eine Luft-Wasser-Wärmepumpe leisten, um die gleiche Wärme bereitzustellen. Die Effizienz sinkt mit fallenden Außentemperaturen.
Ein Anstieg im Vergleich zum Sommer ist daher kein Grund zur Sorge. Auffällig wird es erst, wenn der Verbrauch deutlich über dem Vorjahreszeitraum liegt, obwohl Wetter und Nutzungsverhalten vergleichbar waren.
Viele Wärmepumpen haben einen elektrischen Heizstab als Reserve. Er arbeitet nach dem Prinzip eines Tauchsieders und wandelt Strom direkt in Wärme um, ohne den Effizienzvorteil der Wärmepumpe. Ist er falsch eingestellt, schaltet er sich unter Umständen schon bei milden Temperaturen zu. Auch eine ungünstig eingestellte Legionellenschutzfunktion für das Warmwasser kann den Heizstab häufiger als nötig aktivieren. Diese Funktion dient jedoch dem Hygieneschutz und sollte nicht ohne fachlichen Rat verändert oder abgeschaltet werden.
Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur sein soll. Ist sie zu steil oder zu hoch eingestellt, arbeitet die Wärmepumpe mit höheren Vorlauftemperaturen als nötig. Das kostet Effizienz. Gerade nach der Inbetriebnahme oder nach einer Sanierung lohnt sich ein Blick auf diese Einstellung.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchtigkeit kann sich am Verdampfer der Außeneinheit Eis bilden. Die Anlage muss dann abtauen und verbraucht dafür Energie. Neblige, feuchte Herbsttage, wie sie im Donautal rund um Deggendorf keine Seltenheit sind, können die Zahl der Abtauvorgänge erhöhen. Ein gewisses Maß ist normal, sehr häufiges Abtauen kann aber auf ein Problem hindeuten.
Herbstlaub, Pflanzen oder Gegenstände vor dem Außengerät behindern den Luftstrom. Die Wärmepumpe muss dann mehr leisten, um die gleiche Wärmemenge aus der Luft zu gewinnen.
Schaltet sich die Wärmepumpe sehr oft ein und aus, spricht man von Takten. Mögliche Gründe sind eine unpassende Auslegung, Heizkreise, die durch Einzelraumthermostate geschlossen werden, oder ein fehlender hydraulischer Abgleich. Häufige Starts belasten den Verdichter und verschlechtern die Effizienz.
Seltener sind Ursachen wie ein Kältemittelverlust, defekte Fühler oder eine fehlerhafte Pumpe. Solche Fehler können nur Fachleute zuverlässig feststellen. Arbeiten am Kältekreis dürfen ohnehin nur Fachkräfte mit der dafür vorgeschriebenen Sachkunde bzw. Zertifizierung ausführen.
Vergleichen Sie den Verbrauch möglichst mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Berücksichtigen Sie dabei, ob der Herbst kälter war oder sich etwas an Ihrer Nutzung geändert hat, etwa mehr Zeit im Homeoffice oder zusätzliche Bewohner. Ideal ist ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe.
Viele Geräte zeigen die Betriebsstunden des Verdichters, die Anzahl der Starts und die Laufzeit des Heizstabs an. Notieren Sie diese Werte und beobachten Sie sie über einige Tage. Steigen die Heizstab-Stunden auffällig, ist das ein wichtiger Hinweis. Welche Werte Ihr Gerät anzeigt, hängt vom Hersteller und Modell ab.
Prüfen Sie, ob das Außengerät frei von Laub und Hindernissen ist. Entfernen Sie lose Blätter vorsichtig von außen. Öffnen Sie das Gerät nicht und verwenden Sie keine harten Werkzeuge an den empfindlichen Lamellen.
Achten Sie auf Störmeldungen im Display. Notieren Sie außerdem die aktuelle Heizkurve und die Warmwassertemperatur. Ändern Sie Einstellungen nur, wenn Sie wissen, was Sie tun, und halten Sie den ursprünglichen Zustand fest.
Eine fachliche Prüfung ist sinnvoll, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
In vielen Fällen kann schon eine angepasste Heizkurve oder ein hydraulischer Abgleich die Effizienz verbessern. Welche Maßnahme im Einzelfall richtig ist, lässt sich aber erst nach einer Bestandsaufnahme sagen. Eine regelmäßige Wartung hilft zudem, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Sie haben den Eindruck, dass Ihre Wärmepumpe zu viel Strom verbraucht? GTAW – Gebäudetechnik A. Weishäupl ist Ihr Meisterbetrieb für Heizung und Wärmepumpen in Deggendorf und Niederbayern. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir sehen uns Ihre Anlage an und besprechen mit Ihnen die nächsten Schritte.