Viele Altbauten lassen sich mit Wärmepumpe und vorhandenen Heizkörpern beheizen. Wir zeigen, wie Sie die Eignung Ihres Hauses Schritt für Schritt prüfen.
Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass eine Wärmepumpe nur mit Fußbodenheizung sinnvoll ist. Das stimmt so pauschal nicht. Auch in älteren Gebäuden mit klassischen Heizkörpern kann eine Wärmepumpe effizient arbeiten – vorausgesetzt, einige Bedingungen sind erfüllt. Ob das bei Ihrem Haus der Fall ist, lässt sich nicht aus der Ferne beurteilen, aber Sie können selbst schon einiges prüfen.
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, mit der das Heizwasser zu den Heizkörpern fließt (Vorlauftemperatur). Je größer der Unterschied zwischen der Außenluft oder dem Erdreich und dem Heizwasser, desto mehr Strom braucht das Gerät für dieselbe Wärmemenge.
Fußbodenheizungen kommen wegen ihrer großen Fläche mit niedrigen Temperaturen aus. Heizkörper haben weniger Fläche und benötigen deshalb meist höhere Temperaturen. Die zentrale Frage lautet also: Wird Ihr Haus auch an kalten Tagen mit einer moderaten Vorlauftemperatur warm?
Als grobe Orientierung gilt: Reichen an den kältesten Tagen Vorlauftemperaturen deutlich unter 55 °C aus, sind die Voraussetzungen häufig gut. Das ist ein Richtwert, keine feste Grenze. Moderne Geräte können zwar auch höhere Temperaturen erzeugen, die Effizienz sinkt dann aber spürbar.
Sie können Ihre jetzige Öl- oder Gasheizung als Messinstrument nutzen. Senken Sie in der Heizperiode, idealerweise an kalten Tagen, die Vorlauftemperatur schrittweise ab – zum Beispiel über die Heizkurve am Regler. Drehen Sie dabei alle Thermostatventile voll auf. Beobachten Sie über einige Tage, ob alle Räume noch die gewünschte Temperatur erreichen.
Wichtig: Nicht jeder ältere Kessel ist für dauerhaft niedrige Temperaturen ausgelegt. Bei manchen Geräten kann sich sonst Kondenswasser im Kessel oder Abgasweg bilden. Klären Sie deshalb vorher mit Ihrem Heizungsfachbetrieb, ob und wie lange ein solcher Test bei Ihrer Anlage unbedenklich ist.
Wird es mit niedriger Vorlauftemperatur in allen Räumen ausreichend warm, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt nur ein einzelner Raum zu kühl, liegt das Problem oft an einem zu kleinen Heizkörper genau dort – und nicht am ganzen Haus. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie die Heizkurve einstellen, lassen Sie sich das zeigen. Stellen Sie die ursprünglichen Werte nach dem Test wieder her.
Ihr bisheriger Öl- oder Gasverbrauch gibt Hinweise auf den Wärmebedarf des Gebäudes. Notieren Sie die Verbräuche mehrerer Jahre, denn ein einzelner milder oder strenger Winter verzerrt das Bild. Diese Werte ersetzen keine Berechnung, helfen aber bei einer ersten Einschätzung.
Wurden in den vergangenen Jahrzehnten Fenster getauscht, das Dach oder die oberste Geschossdecke gedämmt? Viele Altbauten haben dadurch einen deutlich geringeren Wärmebedarf als zur Bauzeit. Die vorhandenen Heizkörper wurden oft für den ursprünglichen, höheren Bedarf ausgelegt. Deshalb sind sie heute häufig eher großzügig bemessen, was für eine Wärmepumpe von Vorteil ist.
Grundlage für eine passende Wärmepumpe ist eine raumweise Heizlastberechnung. Sie zeigt, wie viel Wärme jeder Raum an kalten Tagen braucht. Damit lässt sich die Wärmepumpe richtig dimensionieren. Eine zu groß gewählte Anlage ist ebenso ungünstig wie eine zu kleine.
Anschließend wird geprüft, ob die vorhandenen Heizkörper die nötige Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur erbringen. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge erhält. Gerade in älteren Anlagen wurde er oft nie durchgeführt und kann spürbare Verbesserungen bringen.
Nicht jeder Altbau ist sofort bereit für eine Wärmepumpe. Häufig lässt sich die Situation aber mit gezielten Schritten verbessern:
Welche Maßnahme sich lohnt, hängt immer vom einzelnen Haus ab. Eine Fußbodenheizung nachzurüsten ist in vielen Fällen nicht nötig.
In der Region Deggendorf gibt es kalte Wintertage und je nach Lage auch Nebel und Feuchtigkeit, etwa in Donaunähe. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen spielen deshalb zwei Dinge eine Rolle:
Für den Einbau einer Wärmepumpe kann es staatliche Förderprogramme geben. Da sich Konditionen und Voraussetzungen ändern können, besprechen wir die aktuelle Lage gern individuell mit Ihnen.
Eine Wärmepumpe im Altbau mit Heizkörpern ist häufig möglich. Entscheidend sind die benötigte Vorlauftemperatur, der tatsächliche Wärmebedarf und der Zustand der Heizkörper. Mit einem einfachen Praxistest können Sie sich selbst einen ersten Eindruck verschaffen – eine verlässliche Planung ersetzt er nicht.
Sie möchten wissen, ob eine Wärmepumpe für Ihr Haus geeignet ist? Als Meisterbetrieb für Heizung und Sanitär in Deggendorf prüfen wir Ihr Gebäude und Ihre Heizkörper vor Ort. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie einen Termin.