Wie viel Gas verbraucht ein Einfamilienhaus? So ordnen Sie Ihren Verbrauch ein, erkennen Warnsignale und finden typische Ursachen für zu hohe Werte.
Die jährliche Gasabrechnung wirft oft Fragen auf: Ist der Verbrauch für unser Haus normal, oder heizen wir buchstäblich zum Fenster hinaus? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn Baujahr, Dämmstandard, Heiztechnik und Nutzerverhalten spielen zusammen. Mit ein paar Kennwerten können Sie Ihren Verbrauch aber gut selbst einordnen.
Ihr Gaszähler misst das Volumen in Kubikmetern. Abgerechnet wird jedoch in Kilowattstunden (kWh). Die Umrechnung erfolgt über den Brennwert und die Zustandszahl, die beide auf Ihrer Abrechnung stehen. Als grobe Faustregel entspricht ein Kubikmeter Erdgas etwa 10 bis 11 kWh. Für einen Vergleich sollten Sie mit kWh arbeiten.
Aussagekräftig wird der Wert erst im Verhältnis zur beheizten Fläche. Teilen Sie den Jahresverbrauch in kWh durch die beheizten Quadratmeter. So erhalten Sie einen Kennwert in kWh pro Quadratmeter und Jahr, der sich mit anderen Gebäuden vergleichen lässt.
Achten Sie beim Vergleich auf die Bezugsfläche. Energieausweise beziehen sich häufig auf die sogenannte Gebäudenutzfläche, die nicht mit der Wohnfläche übereinstimmt. Die Werte sind daher nur eingeschränkt direkt vergleichbar.
Wichtig: Wird mit der Gasheizung auch das Warmwasser erwärmt, steckt dieser Anteil im Gesamtverbrauch. Bei einem Haushalt mit mehreren Personen kann das einen spürbaren Teil ausmachen.
Die folgenden Richtwerte dienen der groben Orientierung für Heizung inklusive Warmwasser. Sie ersetzen keine individuelle Bewertung.
Ein Beispiel: Ein Einfamilienhaus mit 150 m² und einem Kennwert von 130 kWh/m² kommt auf rund 19.500 kWh im Jahr. Für ein teilsaniertes Gebäude wäre das im üblichen Rahmen, für einen Neubau deutlich zu viel.
Ein kalter Winter treibt den Verbrauch nach oben, ein milder senkt ihn. Wer mehrere Jahre vergleicht, sollte das im Hinterkopf behalten. In Niederbayern, etwa im Raum Deggendorf, können die Winter je nach Lage spürbar unterschiedlich ausfallen. Ein einzelnes Jahr mit höherem Verbrauch ist daher noch kein Alarmsignal.
Hellhörig werden sollten Sie, wenn:
Ein älterer Gaskessel arbeitet oft weniger effizient als ein modernes Brennwertgerät. Doch auch ein Brennwertgerät nutzt seinen Vorteil nur, wenn die Rücklauftemperatur niedrig genug ist. Eine zu steil eingestellte Heizkurve oder ein fehlender hydraulischer Abgleich führen häufig zu unnötigem Mehrverbrauch. Eine veraltete, ungeregelte Umwälzpumpe kostet vor allem zusätzlichen Strom. Sie kann über zu hohe Durchflussmengen außerdem dazu beitragen, dass die Rücklauftemperatur steigt und das Brennwertgerät weniger effizient arbeitet.
Ungedämmte Außenwände, eine schlecht gedämmte oberste Geschossdecke oder undichte Fenster lassen viel Wärme entweichen. Hier lohnt der Blick darauf, welche Maßnahmen im Verhältnis zum Aufwand am meisten bringen. Das hängt stark vom einzelnen Gebäude ab.
Raumtemperatur, Lüftungsgewohnheiten und Warmwasserbedarf beeinflussen den Verbrauch erheblich. Dauerhaft gekippte Fenster im Winter oder sehr hohe Raumtemperaturen schlagen sich deutlich in der Abrechnung nieder.
Für viele Modernisierungsmaßnahmen gibt es staatliche Förderprogramme. Die Bedingungen ändern sich allerdings regelmäßig. Welche Möglichkeiten in Ihrem Fall infrage kommen, sollte daher im Einzelfall geprüft werden. Gerne sprechen wir darüber in einem persönlichen Gespräch.
Ob Ihr Gasverbrauch normal ist, lässt sich mit dem Kennwert in kWh pro Quadratmeter gut abschätzen. Liegt er deutlich über dem Üblichen oder steigt er ohne erkennbaren Grund, lohnt sich eine genauere Prüfung von Heiztechnik und Gebäude.
Sie möchten Ihren Gasverbrauch einordnen lassen oder überlegen, Ihre Heizung zu optimieren oder zu erneuern? Als Meisterbetrieb für Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung in Deggendorf beraten wir Sie gerne. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.