Ab welcher Außentemperatur schafft die Wärmepumpe Ihr Haus nicht mehr allein? Und wie viel Wärme muss dann der Heizstab oder Kessel liefern?
Je kälter es draußen ist, desto mehr Wärme braucht Ihr Haus – und desto weniger Leistung bringt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie der kalten Luft weniger Energie entziehen kann. Die beiden Linien kreuzen sich im Bivalenzpunkt. Oberhalb dieser Temperatur heizt die Wärmepumpe allein, darunter braucht sie Unterstützung.
Das klingt nach einem Nachteil, ist aber gewollt: Sehr kalte Tage sind in Niederbayern selten. Würde man die Wärmepumpe auf den kältesten Tag des Jahres auslegen, wäre sie den Rest des Jahres zu groß, würde häufig takten und ineffizienter arbeiten. Deshalb legt man Luft-Wasser-Wärmepumpen meist so aus, dass der Bivalenzpunkt bei etwa −5 bis −7 °C liegt. Der Heizstab springt dann nur an wenigen Tagen an und liefert nur einen kleinen Teil der Jahreswärme.
Wie selten das ist, zeigen die Messwerte des Deutschen Wetterdienstes: An der Station Metten bei Deggendorf war es von 2011 bis 2025 im Schnitt nur rund 140 Stunden im Jahr kälter als −5 °C und rund 30 Stunden kälter als −10 °C. Der Rechner nutzt diese stündlichen Messwerte, um den Anteil der Wärmepumpe an der Jahreswärme zu bestimmen.
Monovalent: Die Wärmepumpe deckt die Heizlast auch am kältesten Tag allein – typisch für Erdwärmepumpen oder sehr gut gedämmte Häuser. Monoenergetisch: Ein elektrischer Heizstab hilft an den kältesten Tagen aus, das Haus heizt nur mit Strom. Das ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen der Normalfall. Bivalent: Ein zweiter Wärmeerzeuger mit anderem Brennstoff bleibt im Haus, etwa der bisherige Gas- oder Ölkessel. Er läuft entweder parallel zur Wärmepumpe oder übernimmt unterhalb des Bivalenzpunkts ganz (alternativ).
Grundlage jeder Auslegung ist eine verlässliche Heizlast. Eine erste Schätzung liefert unser Heizlast-Rechner, die verbindliche raumweise Berechnung erstellen wir vor Ort. Niedrige Vorlauftemperaturen und ein sauberer hydraulischer Abgleich erhöhen die Leistung der Wärmepumpe bei Kälte zusätzlich.
Die Außentemperatur, bei der die Heizleistung der Wärmepumpe genau der Heizlast des Hauses entspricht. Wird es kälter, braucht das Haus mehr Wärme, als die Wärmepumpe liefern kann – dann hilft ein zweiter Wärmeerzeuger aus, meist ein elektrischer Heizstab oder ein vorhandener Kessel.
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gilt ein Bivalenzpunkt um −5 bis −7 °C als wirtschaftlich gute Auslegung. Die Wärmepumpe liefert dann den allergrößten Teil der Jahreswärme, ist aber nicht so groß, dass sie in der Übergangszeit ständig taktet.
Der Heizstab wandelt Strom 1:1 in Wärme um und ist damit im Betrieb teurer als die Wärmepumpe. Bei guter Auslegung läuft er aber nur an wenigen sehr kalten Tagen und trägt nur einen kleinen Teil zur Jahreswärme bei. Der Rechner zeigt, wie viel das bei Ihrer Auslegung ungefähr ist.
Aus dem Datenblatt des Herstellers. Dort steht die Heizleistung bei verschiedenen Außentemperaturen, z. B. „A7/W35“ (7 °C außen, 35 °C Vorlauf) und „A−7/W35“. Nehmen Sie die Werte für Ihre Vorlauftemperatur: W35 bei Fußbodenheizung, W45 bis W55 bei Heizkörpern.
Monovalent heißt: Die Wärmepumpe schafft das Haus immer allein. Monoenergetisch: Ein elektrischer Heizstab hilft an den kältesten Tagen – es wird nur Strom genutzt. Bivalent: Ein zweiter Wärmeerzeuger mit anderem Energieträger, z. B. der bestehende Gas- oder Ölkessel, übernimmt bei Kälte.
Wir berechnen die Heizlast raumweise, wählen die passende Gerätegröße und legen den Bivalenzpunkt so, dass Effizienz und Komfort stimmen.