Sanitär · 31. Oktober 2026

Legionellen im Warmwasser: Welche Speichertemperatur ist sicher?

Warum Legionellen im Warmwasser ein Thema sind, welche Speichertemperatur sinnvoll ist und worauf Sie bei Wärmepumpe und Zirkulation achten sollten.

Viele Hausbesitzer möchten Energie sparen und drehen deshalb die Temperatur ihres Warmwasserspeichers herunter. Das ist verständlich, kann aber ein hygienisches Risiko mit sich bringen: Legionellen. In diesem Beitrag erklären wir, was hinter dem Thema steckt, welche Temperaturen sinnvoll sind und wo Sie im Einzelfall genauer hinschauen sollten.

Was sind Legionellen und warum sind sie relevant?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl im Wasser vorkommen. Problematisch werden sie, wenn sie sich in der Trinkwasser-Installation stark vermehren. Gefährlich ist dabei in erster Linie nicht das Trinken, sondern das Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Das kann zu schweren Lungenentzündungen führen, insbesondere bei älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Menschen.

Bei welchen Temperaturen vermehren sich Legionellen?

Legionellen fühlen sich in lauwarmem Wasser am wohlsten. Als kritischer Bereich gelten grob Temperaturen zwischen etwa 25 und 50 °C, mit besonders guten Bedingungen um 35 °C. Oberhalb von etwa 55 °C ist die Vermehrung stark gehemmt. Ab etwa 60 °C werden die Bakterien abgetötet. Das geschieht nicht schlagartig, sondern abhängig von Temperatur und Einwirkzeit: Je höher die Temperatur, desto schneller.

Neben der Temperatur begünstigen weitere Faktoren das Wachstum:

Welche Speichertemperatur ist richtig?

Die anerkannten Regeln der Technik geben eine Orientierung. Dazu gehören insbesondere das DVGW-Arbeitsblatt W 551 und die DIN 1988-200.

Großanlagen

Als Großanlage gilt eine Trinkwassererwärmung mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mit mehr als 3 Litern Wasserinhalt in einer Leitung zwischen Wassererwärmer und Entnahmestelle. Hier soll das Wasser am Speicheraustritt dauerhaft mindestens 60 °C haben. Bei einer Zirkulation darf die Temperatur im Rücklauf nicht unter 55 °C fallen.

Für bestimmte Gebäude mit solchen Anlagen und Duschen schreibt die Trinkwasserverordnung zudem regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen vor. Dazu zählen zum Beispiel vermietete Mehrfamilienhäuser.

Ein- und Zweifamilienhäuser

Im typischen Ein- oder Zweifamilienhaus handelt es sich meist um eine sogenannte Kleinanlage. Hier gibt es keine gesetzliche Untersuchungspflicht. Dennoch empfehlen die technischen Regeln auch hier eine Speichertemperatur von 60 °C. Dauerhafte Betriebstemperaturen unter 50 °C sollten Sie vermeiden. Wer seinen Speicher dauerhaft auf 45 °C stellt, spart zwar etwas Energie, nimmt aber ein hygienisches Risiko in Kauf.

Was gilt bei einer Wärmepumpe?

Beim Heizungstausch entscheiden sich viele Hausbesitzer für eine Wärmepumpe. Hier entsteht ein Zielkonflikt: Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die benötigte Temperatur ist. Dauerhaft 60 °C im Speicher bedeuten in der Regel einen höheren Stromverbrauch.

Übliche Lösungsansätze sind:

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Ihrem Gebäude, Ihrem Warmwasserbedarf und der vorhandenen Installation ab. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht.

Weitere Maßnahmen für hygienisches Warmwasser

Die Speichertemperatur ist wichtig, aber nicht der einzige Faktor. Achten Sie außerdem auf Folgendes:

Verbrühungsschutz nicht vergessen

Wasser mit 60 °C kann bei direktem Kontakt schnell zu Verbrühungen führen. Das ist besonders in Haushalten mit Kindern oder älteren Menschen relevant. Thermostatarmaturen oder ein Verbrühschutz an bzw. nahe der Entnahmestelle sorgen dafür, dass dort eine angenehme Temperatur ankommt, während Speicher und Leitungen hygienisch sichere Werte behalten. Zentrale Mischer direkt hinter dem Speicher senken dagegen die Temperatur im gesamten Leitungsnetz und sind hygienisch nicht unproblematisch. Lassen Sie sich hierzu fachlich beraten.

Wann sollten Sie handeln?

Prüfen Sie zunächst, welche Temperatur Ihr Speicher aktuell hat. Eine Überprüfung durch einen Fachbetrieb lohnt sich, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

Wichtig: Legionellen selbst kann man weder riechen noch schmecken. Gewissheit über einen Befall gibt nur eine Untersuchung durch ein dafür zugelassenes Labor.

Beratung in Deggendorf und Umgebung

Als Meisterbetrieb für Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung in Deggendorf prüfen wir Ihre Trinkwasser-Installation, stellen Speicher und Wärmepumpe sinnvoll ein und beraten Sie zu hygienischen und zugleich effizienten Lösungen. Sprechen Sie uns gerne an. Wir vereinbaren einen Termin und schauen uns Ihre Anlage vor Ort an.

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