Heizung bei Frost ausgefallen? Was Sie selbst prüfen können, wie Sie Wasserleitungen vor dem Einfrieren schützen und was Sie besser lassen sollten.
Wenn die Heizung mitten im Winter ausfällt, zählt vor allem eines: Ruhe bewahren und das Haus so lange schützen, bis die Anlage wieder läuft. Gerade in Niederbayern kann es in Deggendorf und im angrenzenden Bayerischen Wald über Tage deutlich unter null Grad haben. Dann kühlt ein Gebäude schneller aus, als viele denken. Mit ein paar überlegten Schritten lassen sich Folgeschäden wie geplatzte Leitungen oft vermeiden.
Nicht jeder Ausfall ist ein Defekt. Bevor Sie einen Handwerker rufen, lohnt sich ein kurzer Blick auf einige einfache Ursachen.
Prüfen Sie, ob die Heizung überhaupt Strom hat. Ist eine Sicherung herausgesprungen? Wurde der Heizungsnotschalter versehentlich ausgeschaltet? Er befindet sich meist außerhalb des Heizraums, oft neben der Tür. Auch Gas- und Ölheizungen benötigen Strom für Steuerung, Brenner und Pumpe.
Bei Ölheizungen sollten Sie den Tankfüllstand kontrollieren. Bei Pelletheizungen prüfen Sie den Vorrat im Lager und ob die Förderung frei läuft. Bei Gasheizungen kann ein Blick auf andere Gasgeräte oder eine Nachfrage beim Versorger klären, ob eine Störung im Netz vorliegt.
Bei Gasgeruch gilt:
Viele Geräte zeigen einen Fehlercode im Display. Notieren Sie ihn – das hilft bei der späteren Diagnose.
Liegt der Wasserdruck am Manometer deutlich unter dem üblichen Bereich, kann das die Ursache sein. Welcher Druck richtig ist, hängt von Ihrer Anlage ab; im Zweifel steht er in der Bedienungsanleitung.
Eine Entstörtaste dürfen Sie in der Regel einmal drücken. Geht die Anlage erneut auf Störung, sollten Sie nicht wiederholt entriegeln, sondern den Fehler fachlich prüfen lassen.
Wärmepumpen haben eigene Frostschutzfunktionen. Schalten Sie die Anlage daher nicht einfach komplett ab, solange sie noch Strom hat. Prüfen Sie, ob das Außengerät stark vereist oder zugeschneit ist, und halten Sie die Luftwege frei, ohne an den Lamellen zu hantieren.
Lässt sich die Heizung nicht selbst wieder in Betrieb nehmen, geht es darum, Wärme im Haus zu halten und frostgefährdete Bereiche im Blick zu behalten.
Besonders gefährdet sind:
Diese Bereiche sollten Sie zuerst kontrollieren. Freiliegende Rohre lassen sich vorübergehend mit Dämmschläuchen, Decken oder Handtüchern umwickeln.
Ein dünner, stetiger Wasserstrahl an einer gefährdeten Zapfstelle kann das Einfrieren unter Umständen verzögern. Ein sicherer Schutz ist das jedoch nicht.
Elektrische Heizlüfter oder Ölradiatoren können einzelne Räume oder einen frostgefährdeten Kellerbereich vorübergehend temperieren. Dabei gilt:
Gasheizstrahler für den Außenbereich, Grills oder der Gasherd haben als Heizquelle im Haus nichts verloren – es besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Kommt aus einem Hahn kein Wasser mehr, ist die Leitung möglicherweise eingefroren. Wichtig:
Bleibt das Haus über längere Zeit ohne Heizung und ist mit Dauerfrost zu rechnen, kann es sinnvoll sein, Wasserleitungen oder sogar das Heizsystem zu entleeren. Ob und wie das bei Ihrer Anlage notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab – das sollte ein Fachmann beurteilen.
Viele Ausfälle im Winter kündigen sich an oder lassen sich durch eine regelmäßige Wartung vermeiden. Dabei werden je nach Anlage zum Beispiel Brenner, Sicherheitseinrichtungen, Druck und Steuerung geprüft, idealerweise vor Beginn der Heizperiode.
Ist die Anlage bereits älter und häufig gestört, kann auch ein Heizungstausch ein Thema sein. Für eine neue Heizung gibt es unter Umständen Fördermöglichkeiten. Ob und welche infrage kommen, hängt von den aktuellen Programmen und Ihrem Einzelfall ab.
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