Kühle Morgen, sonnige Nachmittage: Wie Sie die Heizkurve Ihrer Heizung verstehen und Schritt für Schritt so anpassen, dass sie im Frühjahr und Herbst sparsam läuft.
In der Übergangszeit zeigt sich, wie gut eine Heizung eingestellt ist. Morgens liegt im Donautal rund um Deggendorf oft Nebel und es ist frisch. Mittags scheint die Sonne kräftig ins Wohnzimmer. Viele Anlagen heizen dann zu viel oder zu wenig. Ein wichtiger Schlüssel dafür ist meist die Heizkurve. In diesem Beitrag erklären wir, was dahintersteckt und wie Sie vorgehen können.
Die meisten modernen Heizungen arbeiten außentemperaturgeführt. Ein Fühler an der Außenwand misst die Temperatur. Die Regelung berechnet daraus, wie warm das Heizwasser im Vorlauf sein soll. Die Heizkurve beschreibt genau diesen Zusammenhang: Je kälter es draußen ist, desto höher die Vorlauftemperatur.
Ist die Kurve zu hoch eingestellt, wird das Wasser wärmer als nötig. Die Thermostatventile drosseln dann zwar die Heizkörper, doch die Anlage arbeitet mit unnötig hohen Temperaturen. Das kostet Energie und mindert die Effizienz – besonders bei Brennwertgeräten und Wärmepumpen.
In der Regel lassen sich zwei Werte verändern:
Wie die Werte im Display heißen und in welchen Schritten sie sich ändern lassen, unterscheidet sich je nach Hersteller. Ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich.
Im Frühjahr und Herbst liegen die Außentemperaturen oft in einem Bereich, in dem nur wenig Heizwärme gebraucht wird. Gleichzeitig wärmt die Sonne über die Fenster mit. Eine zu hoch eingestellte Kurve kann dann zu überheizten Räumen, häufigem Takten des Wärmeerzeugers und unnötigem Verbrauch führen.
Viele Regelungen haben eine Heizgrenze oder eine Sommer-Winter-Umschaltung. Oberhalb einer eingestellten Außentemperatur schaltet die Regelung den Heizbetrieb ab. Sofern die Anlage auch Warmwasser bereitet, läuft dann nur noch diese. Liegt der Wert zu hoch, heizt die Anlage auch an milden Tagen. Welcher Wert passt, hängt vom Gebäude ab: Ein gut gedämmtes Haus kommt in der Regel mit einer niedrigeren Heizgrenze aus als ein unsanierter Altbau.
Die richtige Heizkurve lässt sich nicht pauschal angeben. Sie hängt von Dämmung, Heizflächen, Raumnutzung und persönlichem Wärmeempfinden ab. Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen:
Das Ziel ist die niedrigste Vorlauftemperatur, bei der alle Räume noch behaglich warm werden.
Manchmal werden einzelne Räume nie richtig warm, während andere überheizt sind. Das liegt oft nicht an der Heizkurve. Häufige Ursachen sind:
In solchen Fällen hilft das Verstellen der Kurve nur begrenzt.
Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Eine gut angepasste, eher flache Heizkurve kann sich hier spürbar auf den Stromverbrauch auswirken.
Auch Brennwertkessel profitieren von niedrigen Temperaturen. Sie können die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas nur bei ausreichend kühlem Rücklauf nutzen.
Ob eine Nachtabsenkung sinnvoll ist, hängt vom System und vom Gebäude ab. Bei trägen Flächenheizungen und Wärmepumpen bringt sie häufig wenig.
Eine sorgfältig eingestellte Heizkurve kann mit vergleichsweise wenig Aufwand helfen, Energie zu sparen und den Komfort zu verbessern – gerade in der Übergangszeit. Mit etwas Geduld und kleinen Schritten können Sie einiges selbst erreichen. Bei Unsicherheit oder wenn grundlegende Probleme vermutet werden, ist eine fachliche Prüfung sinnvoll.
Sie möchten Ihre Heizung passend einstellen lassen oder vermuten ein tiefer liegendes Problem? Als Meisterbetrieb für Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung in Deggendorf beraten wir Sie gern persönlich. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.