Heizung · 03. Oktober 2026

Heizkörper werden nicht warm: Ursachen erkennen und richtig entlüften

Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt? Wir erklären die häufigsten Ursachen und wie Sie Ihre Heizung vor dem Winter richtig entlüften.

Wenn die ersten kühlen Herbstabende in Deggendorf und im Bayerischen Wald kommen, wird die Heizung wieder eingeschaltet. Nicht selten zeigt sich dann: Ein Heizkörper bleibt kalt, wird nur teilweise warm oder macht Geräusche. Oft steckt eine harmlose Ursache dahinter, die Sie selbst beheben können. Manchmal ist aber auch ein Blick vom Fachmann sinnvoll. Dieser Beitrag hilft Ihnen, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Typische Anzeichen und was sie bedeuten

Heizkörper oben kalt, unten warm

Das ist das klassische Zeichen für Luft im Heizkörper. Luft sammelt sich am höchsten Punkt und verhindert, dass warmes Heizwasser den gesamten Heizkörper durchströmt. Häufig hören Sie zusätzlich ein Gluckern oder Rauschen.

Heizkörper bleibt komplett kalt

Hier gibt es mehrere mögliche Ursachen:

Einzelne Heizkörper werden schlecht warm, andere sehr gut

Wenn die Heizkörper nahe am Wärmeerzeuger heiß werden, weiter entfernte aber kaum, liegt das oft an einem fehlenden oder nicht mehr passenden hydraulischen Abgleich. Das Heizwasser nimmt dann den Weg des geringsten Widerstands. Auch Ablagerungen im Heizungssystem oder eine ungünstige Einstellung der Umwälzpumpe können eine Rolle spielen.

Heizkörper unten deutlich kälter als oben

Ein gewisses Temperaturgefälle von oben nach unten ist normal, vor allem wenn der Thermostat nicht voll aufgedreht ist oder wenig Wärme benötigt wird. Bleibt der untere Bereich aber auch bei voll geöffnetem Thermostat dauerhaft kalt, kann das auf Schlamm oder Ablagerungen im Heizkörper hindeuten. Das lässt sich in der Regel nicht durch einfaches Entlüften beheben.

Heizkörper selbst entlüften: Schritt für Schritt

Das Entlüften ist eine Aufgabe, die die meisten Hausbesitzer selbst erledigen können. Sie benötigen einen Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt, ein Tuch und ein kleines Gefäß.

  1. Heizung aufdrehen: Drehen Sie alle Thermostate einige Zeit vorher voll auf, damit sich die Luft oben in den Heizkörpern sammelt.
  2. Umwälzpumpe ausschalten bzw. Heizung kurz abschalten: Laufende Pumpen verteilen die Luft im System. Warten Sie danach eine Weile, häufig wird etwa eine Stunde empfohlen, damit sich die Luft oben sammelt. Beachten Sie dabei die Bedienungsanleitung Ihrer Anlage.
  3. Entlüftungsventil öffnen: Setzen Sie den Schlüssel am Entlüftungsventil an, das sich meist oben seitlich am Heizkörper befindet. Halten Sie Tuch und Gefäß darunter und drehen Sie langsam auf. Es zischt, solange Luft entweicht. Vorsicht: Das austretende Heizwasser kann heiß sein.
  4. Schließen, sobald Wasser kommt: Tritt gleichmäßig Wasser ohne Luftblasen aus, schließen Sie das Ventil wieder.
  5. Reihenfolge beachten: Bei mehrstöckigen Häusern wird häufig empfohlen, sich von unten nach oben vorzuarbeiten. Gibt die Anleitung Ihrer Anlage etwas anderes vor, richten Sie sich danach.
  6. Heizung wieder einschalten: Schalten Sie Pumpe bzw. Heizung nach dem Entlüften wieder ein.
  7. Anlagendruck prüfen: Durch das Entlüften sinkt der Druck im System. Kontrollieren Sie das Manometer an der Heizungsanlage. Der richtige Wert hängt von Ihrer Anlage und der Gebäudehöhe ab. Häufig ist der Sollbereich am Manometer markiert oder in der Anleitung angegeben.

Wasser nachfüllen – mit Vorsicht

Ist der Druck zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden. Dabei sollte keine Luft ins System gelangen. Je nach Anlage gelten zudem Anforderungen an die Wasserqualität. Wird aus dem Trinkwassernetz nachgefüllt, ist eine geeignete Sicherungseinrichtung (Systemtrenner) erforderlich, damit kein Heizungswasser ins Trinkwasser zurückfließen kann. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie das lieber einen Fachmann erledigen.

Festsitzendes Thermostatventil prüfen

Nehmen Sie den Thermostatkopf ab (meist über eine Überwurfmutter oder einen Clip). Darunter sehen Sie einen kleinen Metallstift. Drücken Sie ihn vorsichtig hinein, er sollte federnd wieder herauskommen. Sitzt er fest, hilft oft leichtes Bewegen. Wenden Sie dabei keine Gewalt an. Lässt sich der Stift nicht lösen, sollte das Ventil fachgerecht geprüft werden.

Wann Sie den Meisterbetrieb rufen sollten

Nicht jedes Problem lässt sich mit dem Entlüftungsschlüssel lösen. Holen Sie sich Unterstützung, wenn:

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die für ihn berechnete Wassermenge erhält. Das verbessert den Komfort und kann den Energieverbrauch senken. Für bestimmte Maßnahmen rund um die Heizungsoptimierung kann es Fördermöglichkeiten geben. Ob und welche für Sie in Frage kommen, hängt vom Einzelfall und den jeweils aktuellen Förderbedingungen ab.

Vorbeugen: Heizung vor dem Winter prüfen

Am sinnvollsten ist es, die Heizung bereits im Spätsommer oder frühen Herbst zu kontrollieren, also bevor sie dauerhaft gebraucht wird. Eine regelmäßige Wartung hilft zusätzlich, Störungen frühzeitig zu erkennen und den sicheren Betrieb Ihrer Anlage zu unterstützen.

Ihr Ansprechpartner in Deggendorf

Sie haben entlüftet, aber Ihre Heizkörper werden trotzdem nicht richtig warm? Oder möchten Sie Ihre Heizung vor dem Winter warten lassen? GTAW – Gebäudetechnik A. Weishäupl ist Ihr Meisterbetrieb für Heizung und Sanitär in Deggendorf und Umgebung. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, wir beraten Sie zu Ihrer Anlage.

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